Schützenfest mit besserem Ende für den FCOG
Plötzlich fühlten sich die Zuschauer zurück an die Fussball-WM 2022 versetzt. Der Grund dafür war jedoch nicht die lange Nachspielzeit oder wunderschöne Tore, sondern ein Aussetzer: Wie der Argentinier Leandro Paredes im WM-Viertelfinale gegen die Niederlande donnerte FCOP-Akteur Steven Albiez den Ball nach einer misslungenen Aktion mit vollem Karacho auf die Bank der Limmattaler. Wie Paredes traf auch Albiez zum Glück niemanden, trotzdem sprangen die FCOG-Akteure sofort auf und eine Rudelbildung entstand. Zur Verwunderung aller und zum Entsetzen der Gäste stellte der Schiedsrichter den bereits verwarnten Albiez nicht vom Platz, ermahnte ihn nicht einmal, sondern entschied auf Freistoss für den FC Oerlikon/Polizei.
Spektakuläre erste Halbzeit
Mit ein Grund für den Frust von Albiez wird wohl der Spielstand gewesen sein, das Fanionteam des FCOG führte zu diesem Zeitpunkt nämlich bereits mit 1:3. Dabei war der Start in die Partie erneut misslungen: Nach einem Fehler im Aufbauspiel konnte der bereits erwähnte Stürmer Albiez profitieren und die 1:0-Führung für die Hausherren erzielen. Diese wurde jedoch postwendend wieder ausgeglichen: Direkt nach dem Anstoss fand ein langer Ball Joe Mukinisa auf dem rechten Flügel, dessen Hereingabe konnte Luca Kälin am zweiten Pfosten souverän zum 1:1 verwerten. In der Folge sollte es noch besser kommen: FCOG-Stürmer Orhan Mustafi konnte innerhalb von vier Minuten einen Doppelpack schnüren und die Gäste in der 25. Minute mit 1:3 in Führung bringen. Ein Tor hatte die Mannschaft von Trainer Adnan Mustafi dabei schön herausgespielt, während das zweite mit gütiger Mithilfe eines Oerliker Verteidigers zustande gekommen war. Dies liessen sich die Gastgeber nicht gefallen: Zwischen der 37. und der 39. Minute setzten sie zur Aufholjagd an und konnten durch Younis Harati und Steven Albiez den erneuten Ausgleich erzielen. Eines dieser beiden Toren war dabei sehr umstritten, da dem Treffer eine vermeintlich klare Abseitsposition vorausgegangen war. FCOG-Verteidiger Marzullo reklamierte lautstark beim Linienrichter und so sah dafür sogar noch eine gelbe Karte. Unglaublich, aber wahr, dies war noch immer nicht der Schlusspunkt dieser verrückten ersten Spielhälfte: In der 40. Minute wurde Joe Mukinisa auf die Reise geschickte, tauchte alleine vor FCOP-Torhüter Aydinc auf und liess diesem keine Chance. Die erneute Führung für die Limmattaler, mit welcher es danach in die Pause ging.
Spiel geprägt von Kampf und Leidenschaft
Mit sieben Toren in einer Halbzeit kamen die Zuschauer definitiv auf ihre Kosten, doch mit der 3:4-Führung im Rücken war das Auswärtsteam darauf bedacht, die zweite Halbzeit weniger spektakulär zu gestalten. Entsprechend überliess man dem Heimteam vermehrt den Ball und konzentrierte sich darauf, möglichst wenig zu zulassen. Dies funktionierte über weite Strecken sehr gut, mit grossem Kampf und Einsatz verteidigte die Abwehrreihe um Kapitän Sandro Lutz das eigene Tor. Trotzdem kamen die Hausherren zu einigen hochkarätigen Chancen, wie unter anderem einem Pfosten- und einem Lattenschuss. Das stetige Anlaufen des Gegners eröffnete dem Fanionteam des FCOG jedoch Konter Möglichkeiten: Erneut war es Mukinisa, der mit einem langen Ball in die Tiefe lanciert wurde. Mit seiner atemberaubenden Schnelligkeit liess er alle gegnerischen Verteidiger stehen, umkurvte Torhüter Aydinc und schloss ab. Auf der Bank wurde bereits gejubelt und man brauchte einen kurzen Moment, um zu realisieren, dass Mukinisa im letzten Moment die Kräfte verlassen hatten und er den Ball knapp am linken Pfosten vorbeigesetzt hatte. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: In der 74. Minute konnten die Gäste erneut einen Konter fahren, der Ball landete bei Stefano Marzullo, der ihn mit einem satten Schuss unter die Latte nagelte. Die Gastgeber rannten bis zum Schluss an, vergeblich. Der 3:5-Sieg war Tatsache.
Endgültig angekommen
Mit diesem eminent wichtigen Sieg konnten die Limmattaler aus den letzten drei Spielen nun sage und schreibe sieben Punkte holen und finden sich damit auf dem 8. Tabellenplatz wieder. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten scheint sich das Team nun endgültig an das höhere Niveau gewöhnt zu haben und hofft, den Schwung in die nächsten Partien mitnehmen zu können. Das nächste Spiel steht am Sonntag, 1. Oktober um 11 Uhr im heimischen Werd gegen den FC Horgen an. Wir freuen uns auf ihre Unterstützung!